1543 wird das Gebiet des heutigen Paraguay dem spanischen Vizekönigreich Perú angegliedert. Gouverneur der Kolonie wird Domingo Martínez de Irala, der die Verschmelzung zwischen spanischen Einwanderern und den Guaraní fördert. Er selbst geht mit "gutem Beispiel" voran, nimmt sich 70 Guaraní-Frauen, mit denen er unzählige Kinder in die Welt setzt. Die aus diesen Verbindungen hervorgehenden Mestizen zählen sich selbst zur weißen Oberschicht und unterdrücken die Guaraní zunehmend.
1604 wird die erste von später rund 30
"Jesuitenreduktionen" gegründet. Dies sind
Dorfgemeinschaften für bis zu 10.000 Guaraní, zu
denen Mestizen und weiße Siedler keinen Zugang
haben. Offiziell untersteht dieser "Jesuitenstaat"
zwar der spanischen Oberherrschaft, besitzt jedoch
eine eigene Verwaltung und ist nach außen hermetisch
abgeriegelt. Die Guaranì sind ein fleißiges
Bauernvolk, das das Land kennt, und so produzieren
sie bald große landwirtschaftliche Überschüsse.
Dieser Erfolg ist den spanischen Kolonialherren ein
Dorn im Auge, die deshalb nichts gegen Übergriffe
von Sklavenjägern unternehmen. Die Konflikte
zwischen Jesuiten und Kolonisten spitzen sich immer
mehr zu, bis 1767 die Reduktionen geschlossen und
die Jesuiten auf Befehl des spanischen Königs aus
Mittel- und Südamerika vetrieben werden.
Auf den Spuren der Jesuiten in Paraguay...
1776 wird Paraguay dem neu gegründeten spanischen Vizekönigreich des Río de la Plata mit dem heutigen Argentinien und Bolivien angegliedert.



