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Knapp 90 % der Bevölkerung sind Paraguayer, in der
Mehrzahl Mestizen, die aus der im wesentlichen vom 16. bis zum 18.
Jahrhundert erfolgten Verbindung von Guaraní-Indianerinnen mit
spanischen Einwanderern hervorgegangen sind. Sporadisch, insbesondere
Anfang des 20. Jahrhunderts, kam es zu Einwanderungsschüben aus
Europa, sowie aus den Nachbarländern Brasilien und Argentinien. Es
gibt regional bedeutende Minderheiten von Europäern und eingeborenen
Völkern, unter denen die Guaraní die bedeutendste Gruppe sind. Ihre
Sprache (Guaraní) hat heute neben Spanisch offiziellen Status. Als
dritte Sprache wird gelegentlich Deutsch vernommen: von deutschen
Auswanderern oder von Mennoniten, die jedoch einen niederdeutschen Dialekt sprechen. Im
Nordwesten und im Chaco wohnt die zahlenmäßig unbedeutende, aber mit
großer Wirtschaftskraft und bestimmten Privilegien ausgestattete
Minderheit der deutschsprachigen Mennoniten, die seit 1927 meist aus
Russland eingewandert sind. Durch weitere Zuwanderung aus den
Vereinigten Staaten,
Kanada und
Mexiko beläuft sich deren Anzahl inzwischen auf 45.000-50.000
Personen. In der brasilianischen Grenzregion leben inzwischen ca.
500.000 portugiesischsprachige Siedler, davon sind 150.000
deutschstämmige Brasilianer aus den Bundesstaaten
Rio Grande do Sul,
Santa Catarina,
Paraná. Sie werden auch
Brasiguayos genannt. 5 % bis 7 % der paraguayischen Bevölkerung sind
deutsche oder deutschstämmige Einwanderer. In der Regierungszeit des
deutschstämmigen Staatspräsidenten
Alfredo Stroessner 1954-1989 sind zehntausende von aus Brasilien
stammende Deutschbrasilianer eingewandert. Allein in den Jahren
1973/74 sind 42.000 Deutschbrasilianer nach Paraguay eingewandert. Vor
allem in die Departamenten Alto Paraná, Caazapáy, Itapua, Canendiyú,
Caaguazú, San Pedro die 1973/74 eingewanderten Deutschbrasilianer
leben heute in diesen Departamenten in 9 Groß- und 45 Randsiedlungen
nur in diesen Departamenten leben heute weit über 100.000
Deutschbrasilianer. Ein weiterer Einwanderer Schwerpunkt liegt, um
Hohenau herum mit mindesten 30-35.000 Deutschbrasilianern. Seit seinem
Sturz im Februar/März 1989 sind weitere 150.000 Deutschstämmige aus
Südbrasilien eingewandert. An der argentinischen Grenze wohnen auch
viele Polnisch- und Ukrainischstämmige. Der überwiegende Teil der Bevölkerung wohnt östlich
des Río Paraguay und hier besonders in der Gegend um Asunción sowie nahe der Grenze zu Brasilien. Im Norden und Westen
des Landes, der von der Ebene des
Gran Chaco eingenommen wird, leben nur etwa 5 % der Bevölkerung. |

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